hyprofga - AT-FGT

Formgedächtnislegierungen (FGL) sind Funktionswerkstoffe, welche die Fähigkeit besitzen, sich an eine zuvor eingeprägte Form zu „erinnern“. Durch mechanische Kräfte verformte FGL-Strukturen lassen sich mittels Wärme wieder in die Ausgangsform zurückführen. Die dabei auftretenden Kräfte überragen die aller anderen bisher bekannten Aktorprinzipien. Bspw. kann ein 25 g schwerer FGL-Draht eine Masse von 120 kg zyklisch bewegen. Aufgrund der hohen spezifischen Leistungsfähigkeit können FGL als Leichtbauanwendungen in vielen Bereichen zur Anwendung kommen. Trotz weltweiter Forschung haben sich FGL bisher nicht in der Praxis durchsetzen können. Das liegt vor allem an dem Fehlen standardisierter Herstell-, Verarbeitungs- und Konstruktionsmethoden für diese Legierungen. In einem Konsortium aus drei KMU und einem Lehrstuhl werden Produktions- und Entwicklungsprozesse in zwei auf FGL-basierenden Anwendungsszenarien für die industrielle Umsetzung erprobt. Das Ziel des Projektvorhabens ist es, mit Hilfe von Experimentalanlagen zur Herstellung von Formgedächtnisaktoren, die Grundlagen für die industrielle Serienproduktion und Anwendung der Formgedächtnisaktorik (FGA) zu schaffen. Ebenso werden im Sinne ganzheitlicher Lösungen aus Sach- und Dienstleistungen (hybride Produkte) Anknüpfungspunkte für integrierte technische Dienstleistungen und neue Geschäftsmodelle untersucht, die sich z. B. aus der Regenerationsfähigkeit von FGL ergeben. Die Konsortialpartner decken dabei die Wertschöpfungskette ausgehend von Drahtzugprozess und Wärmebehandlung über Verbindungstechniken bis hin zur industriellen Anwendung ab. Auf Grundlage des tiefgreifenden Technologiewissens und des kaum vorhandenen Wettbewerbs kann mit diesem Projekt eine Technologie etabliert werden, die ein enormes Wachstumspotenzial besitzt, von dem kleine und mittelständische Unternehmen in Nordrhein-Westfalen signifikant profitieren können. Daher wird gezielt die Publikation der technologischen Möglichkeiten im Rahmen von Ausstellungen, Präsentationen und Publikationen hingewiesen. Interessierte Unternehmen aus NRW sollen so an diese neue Technologie herangeführt werden.

 

Das Projekt wird koordiniert vom Lehrstuhl für Produktionssysteme der Ruhr-Universität Bochum. Weitere Partner sind die Mach4 GmbH, Kistner GmbH und PSL-Technik GmbH. Das ZAF unterstützt das projekt im nachhaltigen Wissenstransfer, stellt Interessensstudien zur Formgedächtnistechnik zusammen und fertigt Potentialanalysen zu dieser Technologie anhand von Demonstratoren aus den Bereichen Werkzeugtechnik, Produktionstechnik, Montagetechnik und Gebäudesystemtechnik an. 


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Download: Einladung und Programm


 

 

Das Projekt wird gefördert im Rahmen des ZIEL2.NRW Programms der EU.

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